Hüfte

Hüftimpingement


Tänzer/innen, Gymnasten/innen und Athleten/innen mit Stop and Go Belastungen und exzessiven Hüftschwungbewegungen (Fußball), die an Leistenschmerzen oder seitlicher Hüftschmerzen leiden werden häufig mit einem Hüftimpingement diagnostiziert. Die „eingeklemmte“ Hüfte macht vor allem nach längerer sportlicher Belastung und langen tiefen Sitzpositionen Beschwerden, welche mit einem Klickgeräusch oder Steifigkeit beim Aufstehen einhergehen. Dies geschieht durch einen verfrühten Kontakt zwischen Hüftpfanne und Hüftkopf bei verstärkter Hüftbeugung (z.B. Sitzen) oder Hüftdrehung (z.B. Tanzen). Abhängig von Schmerzintensität und Einschränkung im täglichen Leben und Sport, sollte die Behandlung in erster Linie konservativ erfolgen.

Nach erfolgter Diagnose kann sofort mit der aktiven Therapie begonnen werden. Kräftigung der Hüftumgebenden Muskulatur (Gesäß, seitliche Hüftmuskel, Adduktoren, Hüftbeuger) haben aufgrund ihrer schmerzlindernden und hüftzentrierenden Wirkung Priorität. Stetige Steigerung des Schwierigkeitsgrades und Erhöhung der axialen Belastung sind notwendig um den Patienten/die Patientin wieder in Richtung Sport zu führen.

Hüftarthrose


Degenerative Veränderungen des Gelenkknorpels und seiner umliegenden Strukturen sind eine normale Alterserscheinung und sind nicht zwangsläufig mit Schmerzen assoziiert. Eine symptomatische Hüftarthrose kann durch mehrere Faktoren entstehen: Insuffiziente Hüftmuskulatur, Übergewicht, generelle Inaktivität oder fortgeschrittene degenerative Veränderungen (Bei Schmerzen in Ruhe, in der Nacht einhergehend mit Bewegungsblockaden der Hüfte sowie Schwellung, Rötung und Temperaturanstieg, sollte eine fortgeschrittene degenerative Veränderung abgeklärt werden).

Aktive Therapie in Kombination mit Anpassung des Lebenstils (Gewichtsverlust, mehr Aktivität im Alltag) zeigen gute Erfolge in der Schmerzreduktion und Funktionsverbesserung. Übungen in gewichtstragenden Positionen werden individuell an die Kraft und Ausdauer des Patienten angepasst.

Leistenschmerz bei Athleten


Adduktoren und Leistenschmerzen verursachen ein Viertel aller muskulären und Weichteilverletzungen im Sport. Lange Sportabstinenz und wiederkehrende Symptomatik sind nicht unüblich. Adduktor-, Hüftbeuger- und Bauchmuskulatur kommen unter anderem als Schmerzquelle in Frage. Ein ausführliches Gespräch über Verletzungsmechnismus, Qualität und Auslöser des Schmerzes kombiniert mit einer gründlichen Untersuchung gibt Aufschluss über Ursache der Beschwerden. Ernsthafte Pathologien (Stressfrakturen, Leistenbruch etc.) können dabei ausgeschlossen werden. Häufig sind Kraftdefizite der Adduktoren und/oder der Bauchmuskulatur mit gleichzeitigem Anstieg der Belastung im Sport Risikofaktoren für Leistenprobleme. Verringerte Hüftbeweglichkeit gilt als beitragender Faktor.

Zu Beginn richtet sich Therapie vor allem an Schmerzreduktion mithilfe von gewebelockernden Maßnahmen die von zuhause durchgeführt werden können. Folglich wird an aktiven schmerzfreien Übungen zur Kräftigung der Bauch- und Adduktorenmuskeln gearbeitet. Die Belastung wird stetig erhöht, ohne dabei den gewohnten Schmerz auszulösen. Zu früher Einstieg in den Sport kann den Leistenschmerz wieder hervorrufen, deswegen legen wir viel Wert auf graduelle Rückführung in den Sport sobald Lauf und Sprungbelastung tolerierbar sind.