Kopf und Naken

Zervikogener Kopfschmerz


Meist ausgehend von Beschwerden im Nackenbereich (v.a. nach Trauma), wird der zervikogene Kopfschmerz vor allem bei Bewegungen der Halswirbelsäule und lang gehaltenen Sitzposition ausgelöst. Eingeschränkte Beweglichkeit bei Kopfdrehungen, sowie muskuläre Triggerpunkte im Hals und Nackenbereich sind typisch bei dieser Form des Kopfschmerzes.

Einseitige Ausstrahlungen hinter das Auge oder in den Arm sind möglich und die Symptome werden tendenziell gegen Ende des Tages stärker. (Zito et al. 2006; Bogduk and Govind, 2009)

Therapie

Maßnahmen zur Verbesserung der Intensität und Häufigkeit des Kopfschmerzes werden vor allem mithilfe aktiver Mobilisation der oberen Halswirbelsäule und Brustwirbelsäule durchgeführt.

(Dunning et al. 2016) Haltungskorrektur und Kräftigung der Nackenmuskulatur helfen dabei den Therapieerfolg zu erhalten.

Spannungskopfschmerz


Der Spannungskopfschmerz kann in einen wiederkehrenden und bestehenden (mehr als 15 Tage im Monat) Typen eingeteilt werden Er zeichnet sich vor allem durch seine beidseitige Ausstrahlung in den Kopf sowie durch seine drückende und einengende Qualität aus. Im Gegensatz zum zervikogenen Kopfschmerz liegt nicht zwangsläufig eine Beteiligung des Nackens vor. Bewegung und körperliche Betätigung sind ebenfalls keine Auslöser für Spannungskopfschmerzen (ICHD, 2004).

Therapie

Aktive Techniken zur Lockerung des Binde- und Muskelgewebes im Hals, Nacken und Kieferbereich sowie Nervenmobilisation werden angewendet. Das Ziel der Therapie ist es die Frequenz, Dauer und Intensität des Spannungskopfschmerzes zu verringern.

Nackenschmerzen mit Ausstrahlung


Ausstrahlende Schmerzen ausgehend von der Halswirbelsäule können von vielen Strukturen verursacht werden. Je nach Qualität, Lokalisation und Auslöser des Schmerzes kommen Muskeln, Gelenke und Nerven als Ursache in Frage. Eine genaue Anamnese und Untersuchung gibt Aufschluss über den zu behandelnden Körperbereich und Struktur.

  • Bei muskulären Problemen werden gewebelockernde, -dehnende und -stärkende Komponenten in die Therapie integriert.
  • Bei arthrogenen Problemen (Gelenk) kommen aktive Gelenksmobilisation der Brust- und Halswirbelsäule zum Einsatz
  • Bei nervalen Problemen werden ebenfalls aktive Mobilisation des peripheren Nervensystems durchgeführt
Liegt neben den Schmerzen ebenfalls ein einseitiger Kraftverlust der Schulter, Ellbogen oder Fingermuskulatur, bzw. Sensibilitätsverlust eines bestimmten Bereiches des Arms vor, kann die Ursache eine komprimierte Nervenwurzel sein. Hierbei gilt es zusammen mit dem behandelnden Arzt abzuwiegen ob Physiotherapie als erste Wahl der Behandlung in Frage kommt.